Berliner Lesetroll: Projektbeschreibung

Der Berliner Büchertisch blickt auf viele Jahre Erfahrung bei der Unterstützung von Schulbibliotheken und Schulen zurück. Ziel ist die Unterstützung der Bildungsarbeit in Schulen im Bereich der Lese- und Informationskompetenz und die Förderung von Schulbibliotheken. Zusätzlich brachten wir im Sommer 2010 den Berliner Lesetroll auf den Weg. Dabei hoffen wir auf Unterstützung von Verlagen, vom Buchhandel und von engagierten BürgerInnen.

Die 2010 veröffentlichte Studie “Sprachliche Kompetenzen im Ländervergleich” verweist für die Bundesländer Berlin und Brandenburg in den untersuchten Kompetenzen “Leseverständnis”, “Zuhören” und “Orthographie” auf fehlende Fähigkeiten. Begründet wird dies in der Studie durch einen hohen Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund und an Kindern aus “bildungsfernen” Elternhäusern. Genau hier bietet der Berliner Büchertisch Unterstützung an. LehrerInnen, die das Konzept des Berliner Lesetrolls in sozialen Brennpunkten umsetzen wollen, erhalten für die Unterrichtsgestaltung Lesetrollys als kostenlose Leihgaben.

Und so funktioniert es: Kinder- und Jugendbücher werden von uns an Lesetroll3Schulklassen und andere Bildungseinrichtungen verliehen und wandern dort von Kind zu Kind. Verstaut wird das Ganze in einem praktischen Trolley – so ist der Transport ein Kinderspiel. Jeder Koffer enthält im Schnitt 20 Bücher, Hörspiele und Spiele. Die Medien sind der jeweiligen Altersstufe angemessen und gleichermaßen ansprechend wie pädagogisch wertvoll für die Schüler. Auch mehrsprachige Lektüre ist mit an Bord.

Zum Auftakt der Bücher-Reise wird ein Fest im Hof des Berliner Büchertisches veranstaltet. Hier findet die feierliche Übergabe der Koffer an die Schulklassen statt – kleine Erfrischungen, Frage- und Antwortspielchen und gute Laune inklusive. Danach bringen die Kinder die„mobile Bibliothek“ in ihre Schule. In der Folgezeit darf der Lesetroll von den Schülern nun abwechselnd mit nach Hause genommen und mindestens zwei Wochen lang erforscht werden. Das Beste daran: Die ganze Familie kann an dem Projekt teilhaben.

Dies ist vor allem für Kinder mit Migrationshintergrund wichtig, denn gemeinsames Lesen ist gleichzeitig ein tolles Sprachtraining für alle Beteiligten. Zudem wird der gedankliche Austausch mit Eltern, Geschwistern und Mitschülern angekurbelt: Die Kinder diskutieren über Geschichten und Themen, empfehlen Lieblingsbücher weiter, lesen sich gegenseitig vor und vieles mehr.

Wandert der Koffer schließlich am Ende des Schuljahres zurück zum Büchertisch, findet wieder ein kleines Treffen statt. Jetzt geben die Schüler ihre persönlichen Erfahrungen mit dem Lesetroll an uns weiter und geben uns Tipps, wie das Projekt noch verbessert werden könnte. Eine schöne Idee ist auch das Einführen eines Lesetagebuches, das zusammen mit dem Koffer auf Reisen geht. Dort schreiben alle beteiligten Kinder ihre Gedanken zu den Büchern nieder, die sie im Zuge des Projekts gelesen haben. Auch selbstgemalte Bilder und Fotos haben hier Platz.

Der Berliner Lesetroll macht Kinder neugierig auf Bücher und weckt Spaß am Lesen!